Fondsmanager Beckers: KI könnte Branchen schneller disruptieren als gedacht
Shownotes
In dieser Ausgabe haben Jan und Christoph einige wichtige Meldungen der letzten Wochen besprochen. Zum einen schätzt Jan die nervöse Marktreaktion auf die Nominierung von Kevin Walsh als neuen US-Fed-Chef ein. Spoiler: Er sieht darin vor allem Bestätigung der Makrosicht von BIT Capital.
Zum anderen geht's um die Knappheit von Energie und Chips: Der Ausbau von KI stößt hier zunehmend an Grenzen und Datacenter-Betreiber müssen kreativ werden, um den steigenden Strombedarf zu decken. Hier sieht Jan gute Investmentchancen, man muss aber genau hinsehen.
Ein anderes aktuelles Thema ist die Sorge der Disruption von Software-Firmen durch KI. Deswegen waren zuletzt Aktien von Software-Unternehmen auf Talfahrt. Damit hat sich für Jan die Diskussion um KI verschoben. Zuletzt ging es um die Frage, ob die KI-Blase platzen könnte. Jetzt sagt er: „Das große Risiko ist, dass KI viel schneller und viel größer Geschäftsmodelle angreift, als viele erwarten.“
Außerdem erklärt Jan, dass der KI-Trend in diesem Jahr erstmals auch spürbare Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben könnte.
Habt ihr Feedback, Kritik oder Anmerkungen? Habt ihr Fragen, die wir in einer der nächsten Folgen besprechen sollen? Schreibt uns an beckers-bets@financefwd.com.
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00:00:00: Risiko-Hinweis.
00:00:01: Die Inhalte dieses Podcast dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewähr und zum anderen keine Empfehlung
00:00:09: zum
00:00:09: Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
00:00:12: Es handelt sich hierbei nicht um Anlagevermittlung,
00:00:15: Anlageberatung oder ähnliches.
00:00:17: Ihr entscheidet
00:00:18: selbst, was ihr macht.
00:00:36: Wir beginnen mit dem Blick auf die US-Notenbank.
00:00:39: Wir haben ja in der letzten Folge besprochen, dass die US-Zinsen auch ein wichtiges Thema bleiben werden für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr, für das Jahr.
00:01:04: Angesehen dieser Kevin Walsh, ist das wirklich so oder interpretiert ihr das anders die Wahl?
00:01:09: Wir denken, das ist eigentlich eine gute Wahl der Walsh.
00:01:12: Der hat in der Vergangenheit quasi den Ruf gehabt, dass er eher in Falke ist, also er jetzt nicht unbedingt für niedrige Zinsen an der Stelle ist, aber das war natürlich auch vor dem Hintergrund eines ganz anderen Umfeldes.
00:01:26: Wir gehen davon aus, dass Trump ihn nicht berufen hätte, wenn er nicht davon ausgeht, dass er mit ihm am Ende auch niedrigere Zinsen, die er sich erwünscht, bekommen kann.
00:01:38: Das aber sein Ruf, den er noch aus der Vergangenheit hat, vielleicht dann eher dabei hilft, die anderen Fettmitglieder davon zu überzeugen, dass es jetzt eben an der Zeit ist, Zinsen weiterzusenken und insofern... Ich glaube auch insgesamt erfahrene kredible Wahl und ja, wahrscheinlich daher eigentlich ein guter Pick an der Stelle und zumindest etwas, was unsere Makrosicht dort eigentlich eher bestärkt.
00:02:04: Das heißt aber, Trump wird schon, wie du gesagt hast, vorher abgeklärt haben, dass der Weg quasi der ist, den Trump auch möchte.
00:02:09: Dann wäre er aber ja mal sehr ja fast schon diplomatisch unterwegs, wenn er das alles bedacht hat, alle Seiten.
00:02:14: Da würde ich von ausgehen.
00:02:15: Ich denke, auch wenn das in Europa sicherlich nicht immer so wirkt, aber es gibt schon smarte Leute in seiner Umgebung, die ihn beraten, der würde ich an der Stelle von ausgehen.
00:02:27: Es ist nicht immer alles clever, was er dann am Ende macht, aber ich denke, bei diesem Thema, was ihm so wichtig ist, da wird er sich gut überlegt haben, wen er dort in die Rennen schickt.
00:02:38: Dann bleiben wir gleich bei Trump, aber kommt zu einem ganz anderen Thema, denn es geht um das Thema Energie und Chipknappheit, quasi.
00:02:44: Das war ja auch ein Teil des Vortrags, den du auf dem Vorkongress in Mannheim jetzt kürzlich erst gehalten hast.
00:02:50: Wenn wir mal auf das Thema Energie ein bisschen besonders schauen wollen, da plant Trump ja fünfzehn Milliarden Dollar Auktionen für Stromverträge und will das Ganze auch von Tech-Konzerne mit finanzieren lassen.
00:03:00: Ich habe jetzt auch gehört, dass ich glaube zwölf Prozent vom Strombedarf sollen bei Rechenzentren ausmachen in den USA.
00:03:06: und schon angedeutet, dass ja auch in Mannheim eben KI Strom offiziell kritische Infrastruktur wird.
00:03:12: Das heißt, gibt es da jetzt große Verwerfungen, wird es dann noch mehr Profiteure geben oder was ist erstmal so die große Erkenntnisgewinde raus?
00:03:18: Ja, am Ende ist es ja eigentlich nur die Bestätigung der These, die wir seit Längerem verfolgen, auch in unserem Portfolio, dass Energie eines der Bottlenecks ist, um künstliche Intelligenz massiv weiter auszubauen.
00:03:32: Wir sehen nicht zuletzt in den letzten Wochen auch, ich sage, meinem eigenen Einsatz bei Bit Capital, wie massiv die Fortschritte sind, die künstliche Intelligenz gerade macht.
00:03:42: Das wird wahrscheinlich nochmal zu einer deutlich gestiegenen Nachfrage insgesamt führen.
00:03:47: Das heißt, dass dieser Energieengpass, den man eben zunehmend in den USA sehen kann, einfach sehr real wird.
00:03:54: Das heißt, alle Datencenterbetreiber versuchen auf alle möglichen Art und Weisen, insbesondere dann über Bring Your Own Power.
00:04:01: Das heißt, indem sich selber irgendwelche Gas-Turbinen installieren oder auf Fuel Cells zurückgreifen oder auf alle möglichen anderen Wege sich zusätzliche Energie zu beschaffen.
00:04:12: Und ein weiterer wichtiger Weg ist natürlich einfach das Grid.
00:04:17: in den USA auszubauen und das letzten Ende des Trump dort dafür sorgen will, dass eben die Hyperscaler, die ja auch ein Großteil dieser Energie Nachfrage dann stellen und auf der anderen Seite sehr solide finanziert sind, insofern relativ gute Investment zu sagen abgehen können.
00:04:35: Dort versucht mit einzuspannen, das macht am Ende irgendwo Sinn.
00:04:39: Für uns ist aber jetzt auch vor allen Dingen einfach nur eine Bestätigung der These, die wir seit Längerem haben, die sich dort einfach gerade weiterhin ausspielt in den USA.
00:04:50: So man dann eben sehen kann, die ganze Elektrifizierung, das heißt der Ausbau von Datenzentern, aber auch von Grids weltweit, führt natürlich dann auch schon dazu, dass die dahinter liegenden Rohstoffe auf jeden Fall auch knapper werden und Preise davon anziehen.
00:05:05: Das kann natürlich darum vielfältige Effekte haben, aber kann natürlich auch Opportunitäten bieten, das finden wir auf jeden Fall insofern ein wichtiges Thema.
00:05:15: Und auch darüber haben wir dann in Mannheim gesprochen.
00:05:18: Man sieht ja auch schon Folgen, zum Beispiel Siemens Energy hat jetzt auch angekündigt, nochmal eine Milliarde in den USA zu investieren, um da auch Teile für den Netzausbau und für Gas-Turbinen noch einmal zu jetzt sich herzustellen und natürlich auch in den USA selbst vor Ort zu sein.
00:05:30: Ihr wart ja, haben wir öfter schon drüber gesprochen, mit Iron sehr früh dabei, wenn es ums Thema Energie und Datencenter geht.
00:05:36: Das heißt aber, Wie du gerade schon gesagt hast, solche Unternehmen werden auch weiter profitieren.
00:05:41: Genau.
00:05:41: Da muss man natürlich immer wieder umschichten zwischen diesen Unternehmen, weil einige davon sind natürlich auch durchaus teurer geworden.
00:05:48: Andere wiederum haben vielleicht zwischendurch mal einen Rücksetzer gehabt, weil sie irgendwelche angekündigten Kapazitätserweiterungen nicht liefern konnten.
00:05:56: Ich bin sehr froh, dass unser Team einfach seit drei Jahren extrem eng an diesen Titeln dran ist.
00:06:02: Sofern relativ dynamisch in unserem Portfolio immer mal wieder den einen oder den anderen Namen und manche Namen eben auch in durchaus größerer Portfolio gibt.
00:06:10: Gewichtung.
00:06:11: Darin haben.
00:06:11: dazu gibt es dann noch ein paar weitere spannende Titel, die wir zuletzt neu entdeckt haben, die dort von der weiteren Energieknappheit profitieren könnten.
00:06:21: Und ist das ein Thema, was uns in den Jahr- und Jahrzehnten wahrscheinlich noch eine gute Weile lang erhalten bleibt.
00:06:28: Kannst du uns den Namen der neuen Unternehmen schon nennen, oder müssen wir da noch ein bisschen
00:06:31: warten?
00:06:31: Ich denke, das überlassen wir erstmal er dabei und werden ihn vielleicht irgendwann dann nochmal ancovern.
00:06:37: Aber
00:06:37: dann vielleicht noch eine grundsätzliche Frage zu diesem Markt.
00:06:39: Sind das jetzt schon die etablierten Player, die sich jetzt quasi diesen Markt aufteilen?
00:06:43: Oder ist überhaupt noch eine Chance, dass auch wirklich noch neue Anbieter hier als Energiedienstleister in den Markt reinkommen?
00:06:48: Naja, ich glaube ganz neu in so einen Care Packs intensiven Markt reinzukommen ist sicherlich jetzt eine schwierige Aufgabe.
00:06:57: Das werden eher Unternehmen sein, die schon eine gewisse Vorarbeit geleistet haben.
00:07:02: Es sei denn man hat natürlich den absoluten technischen Breakthrough im Gepäck.
00:07:08: Da gibt es natürlich aber auch eine Reihe von Unternehmen, die einen großen Energie durchbrüchen arbeiten, aber auch das sind typischerweise alles irgendwo Unternehmen, die vielleicht in den letzten eher fünf bis fünfzehn Jahre gestartet wurden oder zum Beispiel drei bis fünfzehn Jahren.
00:07:20: und wie gesagt, wir würden uns ja nicht an Start-ups mitteiligen.
00:07:24: Die Aufgabe haben andere Investoren.
00:07:27: Und geht es denn jetzt wirklich in erster Linie um die Energiebereitstellung oder auch um andere Sachen wie Kühlung oder Netze oder Effizienzsoftware, quasi Stromverteilung?
00:07:34: Grundsätzlich
00:07:35: ist unser Auftrag mit unserer Sicht auf Technologie für unsere Investoren Geld zu verdienen und da sind wir dann.
00:07:42: in der Wahl der Unternehmen, wenn wir dann glauben, dass wir hinreichend Conviction dort haben, durchaus natürlich auch flexibel tiefer in die Wertschöpfungsketten davon zu gehen.
00:07:54: Aber alles am Ende muss natürlich einer tieferen Insight, die wir haben aus unserer Kenntnis, einfach von AI, von anderen Technologien, von den Playern, die es dort im Markt gibt, wieder herumkommen.
00:08:08: Und was aber häufig so ist beim Investieren, ist, du vertiefst dich total in ein Unternehmen und stößt dann wiederum über ein Unternehmen und schaust dir an, wer sind eigentlich deren Zulieferer, mit wem arbeiten die, über wen reden die hier besonders gut, dann stößt du häufig wiederum auf die nächsten Spanden.
00:08:25: Opertunities.
00:08:25: Und so führt dann manchmal auch bei der Ideenfindung wiederum ein gutes Unternehmen, was sich bewährt hat, direkt wieder zum Auffinden der nächsten Idee in einem Bereich, den man ja dann zumindest teilweise schon gut geredet hat.
00:08:39: Apropos Ideenfindungen, jetzt sagst du vielleicht, dass eine völlig abstruse Idee, die du da hast.
00:08:44: Ich habe mir gedacht, wenn es jetzt in den USA so eine Strommange gibt, wäre da nicht die Chance, dass Deutschland zum Beispiel mal Voraussetzungen schafft, dass man sagt, Mensch, Wir hätten hier auch noch Platz für ein paar Rechenzentren.
00:08:53: Kommt doch nach Deutschland, seht ihr euch hier ein bisschen an?
00:08:55: Oder ist das gar keine Idee?
00:08:58: Auch in Deutschland gibt es ja eine zunehmende Industrie, aber ich würde sagen, da gibt es natürlich bestehende Datencenterbetreiber.
00:09:06: Es gibt aber auch diverse Startups, die eigentlich daran mitarbeiten, diesen möglicherweise dann oder... ziemlich sicher auch hier auftretende Knabheit eben an Datencentren für KI zu befriedigen.
00:09:19: Wobei man davon ausgehen kann, dass ein Großteil der Kapazitäten derzeit hier erst mal für Info-Renz, also für am Ende das Bereitstellen der Service und weniger für das Training verwendet wird.
00:09:31: Wenn auf der anderen Seite es auch klar ist, dass wir uns uns nicht erlauben können, in Deutschland selber keine eigenen Trainingsmöglichkeiten, keine eigenen großen Zusammenhängen.
00:09:41: Datencenter zu haben.
00:09:43: Insofern glaube ich, wird das Thema von Silver Rain Clouds sicherlich etwas sein, was in den nächsten Jahren auch noch ein zusätzlicher Treiber dieser Dynamik sein wird.
00:09:54: Wir haben natürlich in Europa leider auf der Energieseite das Problem, dass uns hier viel Industrie gerade wegfällt.
00:10:02: Was auf der anderen Seite dann natürlich dazu führt, dass die wegfallende Industrie teilweise dann aber Stromkapazitäten freimacht.
00:10:11: Und deswegen ist der Markt insgesamt hier noch nicht in derselben angespannten Situation, wie wir sie in den USA sehen.
00:10:19: Dann, weil wir es gerade angesprochen haben, ein anderes Thema wäre die Chip-Knappheit, die du auch angesprochen hast auf dem Vortrag im Mannheim.
00:10:24: Ich war selbst nicht da, konnte den Vortrag nicht hören.
00:10:25: Gibt es da irgendwelche neuen Erkenntnisse oder bleibt es beim Thema, es gibt einfach zu wenig Chips und das wird zu bleiben?
00:10:31: Ja, ich glaube das wovon wir einfach ausgehen ist, dass der mit dem was wir jetzt an Fortschritten sehen.
00:10:39: beispielsweise in den neuen Modellen von Antrophic, aber auch insgesamt, dass das natürlich einfach zu einer deutlich gesteigerten Nachfrage führen wird.
00:10:48: Wenn wir überlegen, wie viel Token wir inzwischen einfach bei Bit Capital verbrauchen, in unseren Modellen, in der Research automatisierten Berechnung, die wir täglich laufen lassen oder einfach auch mit der Research unserer Analysten.
00:11:06: das einfach mal hochrechnen, wie sich das auch nur in den letzten zwei Monaten weiter gesteigert hat.
00:11:10: Dann würde ich davon ausgehen, dass wir dieses Jahr noch mal einen Nachfragssprung sehen und bei weiterhin gegebener Kapazität dessen, was aus den Foundries rauskommen kann.
00:11:25: Die haben jetzt natürlich schon erhöhte CapEx angekündigt, aber auch trotzdem erweitert man ja eben nicht von heute auf morgen.
00:11:32: bleibt es auch dort einer der weiteren Engpass-Faktoren vom Ausbau der KI-Infrastruktur.
00:11:39: Ja, so viel also zum Thema Hardware.
00:11:41: so ein bisschen.
00:11:41: Und da sind wir nämlich auch genau beim nächsten Thema Hardware gegen Software.
00:11:44: Das wird ja gerade so ein bisschen diskutiert im Markt, weil wenn man sich so ein bisschen die Zahlen anguckt, wer hat auf der einen Seite Microsoft und SAP, die enttäuscht haben?
00:11:53: dann an der anderen Seite zum Beispiel Meta gesehen und ASML, die ja zum Beispiel auch die Infrastruktur für Rechenzentren mit herstellen und für Chips natürlich, Chip-Maschinenbau-Anlagen.
00:12:03: Ist das so ein Thema für dich gerade, was du aussiehst, dass sich dieser Schiff so ein bisschen vollzieht, mehr Richtung Hardware.
00:12:07: Meta wurde ja lange diskutiert, dass man zu viel ausgibt an CapEx.
00:12:10: Mittlerweile hat man das aber zu akzeptieren, weil man sieht, KI macht ja durchaus die Werbung effizienter.
00:12:16: Ich glaube, das, was wir auch zum großen Thema auf dem Bonkongress gemacht haben, war während sich die große Frage, die uns in den letzten sechs Monaten immer gestellt wurde, war, ob AI nicht in einer Bubble ist.
00:12:28: Das heißt quasi eigentlich, ich sag mal, die Erwartungen an AI übertrieben sind und vielleicht deswegen die Investitionen dort alle bald zurückgefahren werden müssten und die Investitionen sich dort nicht rechnen würde.
00:12:40: Ich glaube, das ist das große Risiko für den Markt.
00:12:43: Ich denke, das große Risiko.
00:12:45: Für Anleger ist eher die Disruption, die durch AI kommt, wird möglicherweise viel schneller, viel größer sein und eben viele Geschäftsmodelle, auch Geschäftsmodelle von tatsächlich guten Unternehmen, die irgendwie, ich sag mal, in den letzten fünf oder zehn Jahren jeweils tolle Zahlen liefern konnten, ernsthaft in Frage stellt und ernsthaft angreift.
00:13:08: Und diese Disruption, das sieht man beispielsweise jetzt am Softwaresektor, wo wir zum Glück seit Langem eigentlich unterrepräsentiert sind in unserem Portfolio, weil wir die Unternehmen teuer fanden, aber auch weil wir eben Sorge vor diesen Disruptionsmöglichkeiten hatten.
00:13:24: Da sehen wir jetzt gerade den großen Abverkauf.
00:13:26: Und das ist insofern für uns aus unserer Sicht das größte Risiko für die Anleger, dass man eben vielleicht bei den Verlierern der künstlichen Intelligenz dabei ist.
00:13:35: Das hatten wir insofern auch zu einem der größeren Themen in Mannheim gemacht.
00:13:39: Und ich glaube, das ist eher das Thema, was derzeit die Märkte stark bewegt.
00:13:44: Hast du da vielleicht noch mehr konkrete Beispiele?
00:13:46: Also Software ist ja sehr breit.
00:13:47: Gibt es irgendwelche Brunchen?
00:13:48: Du musst ja keine Unternehmen nennen, aber zumindest weitere Brunchen, die jetzt sehr stark gefährdet sind, schneller disruptiert zu werden?
00:13:53: Absolut.
00:13:54: Klar, Software, Content natürlich sowieso.
00:13:58: Ja, man muss sich einfach nur fragen, was sind Themen, die vielleicht an Tropic, Open AI, Google bald besser lösen können als einige der etablierten Branchen Teilnehmer.
00:14:11: Es sind eben zunehmend viele an der Stelle.
00:14:13: Wenn zumindest die Unsicherheit darüber besteht, auch wenn es gar nicht klar sein muss, dann muss das jetzt einführen, dass man eben nicht mehr bereit ist, sondern war Software das Paradebeispiel für.
00:14:24: Software war jahrelang, war das total predictable, da konntest du davon ausgehen.
00:14:28: Deine Salesforce oder sonst was, die haben einfach beständig irgendwie ein schönes zweistelliges Wachstum geliefert und am Ende sollte dann dann eine gute Profitabilität rauskommen.
00:14:37: Und deswegen waren die Investor bereit, was eben so verlässlich war, wenn man sich die Kundenkohorten so gut angucken konnte, da sehr, sehr hohe Multiples für zu bezahlen.
00:14:46: Und wenn jetzt aber Unsicherheit eintritt, ob diese Kohorten wirklich noch so bestehen bleiben, dann führt es natürlich dazu, dass diese Multiples nicht mehr gerechtfertigt sind.
00:14:55: Und genau, und das sehen wir jetzt eben in dem, was der Markt mit teilweise dramatischen Sell-offs dort gerade macht.
00:15:03: Aber gilt sowas auch, um mal konkret zu machen für Microsoft tatsächlich, die ja auch sehr stark eingeboren sind.
00:15:07: nach den Zahlen, da ging es ja um die CapEx.
00:15:10: Man hat siebenunddreißig, fünf Milliarden im letzten Quartal ausgegeben.
00:15:13: Dafür, das war jetzt ein bisschen mehr, als man gedacht hätte, macht das wirklich so viel aus.
00:15:17: Ich glaube nicht, dass es dort nur um die CapEx ging, ehrlich gesagt, bei dem Sell-off, weil wir haben am selben Tag auch ServiceNow gehabt und die sind jetzt nicht im Verdacht, dass sie dort zu viel einfach in AI CapEx investiert haben.
00:15:30: Die haben auch ganz solide Zahlen geliefert, wurden aber auch in selben Maße abverkauft.
00:15:34: Ich glaube, bei Microsoft ist natürlich zwei geteilt, weil sie einerseits natürlich die Infrastruktur bieten mit Azure, da aber eben Langsamer gewachsen sind.
00:15:44: Wer hat mir darauf hingewiesen, dass natürlich auch dort Google mit eigenen Chips und den TPUs ein zunehmend starker Wettbewerber wird.
00:15:53: Und auf der anderen Seite hat Microsoft ein Softwaregeschäft und das Softwaregeschäft, da haben sie es zumindest nicht geschafft, die initiale Fantasie, dass wir bald alle wie wild den Microsoft Co-Piloten nutzen, wirklich im großen Maße umzusetzen.
00:16:06: Weil auch das Produkt einfach noch nicht so gut ist und andere irgendwo schneller gute Produkte entwickelt haben.
00:16:11: und das lastet.
00:16:13: auf Microsoft.
00:16:14: Das kann sich auch sehr schnell wieder drehen.
00:16:17: Wir haben ja durchaus sehr, sehr viele interessante Turnarounds gesehen von der Marktdenkrade.
00:16:25: Alphabet ist der Loser und sechs Monate später ist Alphabet der größte Gewinner.
00:16:30: So ein Turner, den sollte man auch irgendwann durchaus Microsoft potenziell zutrauen.
00:16:34: Aber aktuell hat der Markt erst mal viele Fragezeichen und deswegen auch der für eine Aktie wie Microsoft ziemlich dramatische Cell auf der dann kam.
00:16:43: Vielleicht
00:16:44: noch ganz kurz, weil ich es gerade gesagt habe, Meter im Gegensatz dazu wurde gefeiert, weil man eben jetzt auch ein bisschen Effizienz gewinne sieht einfach durch diese ganzen Investitionen.
00:16:52: Ist das so der wichtigste Hebelgrad, dass man endlich sieht, es lohnt sich irgendwann?
00:16:55: Genau das ist es.
00:16:56: Und man muss natürlich einfach aufpassen, dass man weiterhin eine starke Mode hat, die der Markt nicht anzweifelt.
00:17:03: Wenn der Markt die Mode anzweifelt, dann ist man schon im Sell-off.
00:17:07: Verringert sich diese Intervalle, in dem man umschrichten muss und schauen muss, was nach dem Markt etwas wilder Markt endlich gerade sehen oder ist es immer noch im KI-Bereich recht vorhersehbaren Anführungszeichen?
00:17:17: Also es geht auf jeden Fall extrem schnell.
00:17:19: Insofern muss man dort sehr, sehr aktiv sein und im Idealfall jeweils etwas um die Ecke gucken können, was als nächstes kommt, zumindest aber sehr, sehr eng der Datenspur folgen.
00:17:31: Es ist ein definitiv spannender Markt gerade, der eben durchaus viel Opportunity widdelt, aber eben auch durchaus viel Disruption Risiken gerade mit sich bringt.
00:17:41: Und genau, insofern sind wir dort hochwachsam und haben einen ziemlich aktives Portfolio Management.
00:17:50: Das heißt, alle privaten Läger, die so ein bisschen bayentholt machen wollen, sollten den KI-Bereich gerade meiden.
00:17:54: So will ich das nicht sagen, weil den KI-Bereich zu meiden ist, glaube ich, ein großer Fehler, weil am Ende fünf oder zehn Jahre von hier wird KI am Ende einen Großteil der Wirtschaft extrem tiefgehend nicht nur verändert haben, sondern wahrscheinlich auch dominieren.
00:18:12: Und da muss man am Ende dabei sein.
00:18:14: Nur muss man einfach dann gucken, bei welchen Unternehmen ist das eben gerade der Fall.
00:18:19: Man sollte sehr genau prüfen, wer ist eigentlich für die aktuelle Phase aufgestellt und sollte eben jede einzelne Mode dort ziemlich gut auf den Prüfstand stellen.
00:18:30: Und dass wir eben für den KI-Bereich und auch außerhalb vom KI-Bereich, wie wir gehört haben, bei der Disruption da durchaus schneller vorangehen.
00:18:36: Absolut kann.
00:18:36: Man muss ja nicht selber ein KI-Unternehmen sein, von KI Disrupted zu werden.
00:18:42: Ich glaube, wenn man jetzt irgendwie eine Anwaltskanzlei hat, dann würde man sich jetzt nicht als KI-Unternehmen betrachten.
00:18:47: Aber man hat trotzdem ein sehr hohes Risiko, das zumindest große Teile der eigenen Arbeit davon Disrupted zu werden, wenn man es nicht schafft, seinen Geschäftsmodell an der Stelle dann eben.
00:18:59: Ja.
00:19:00: genau darauf anzupassen, dann kann es natürlich auch ein Gewinn sein.
00:19:02: Aber erst mal, glaube ich, steht uns sehr, sehr viel Veränderung in ganz vielen Branchen ins Haus.
00:19:07: Und ich würde sagen, das kann man gar nicht überschätzen, wie schnell sich die künstliche Intelligenz dort gerade weiterentwickelt.
00:19:14: Ja, mal ganz abseits von der Börse, wenn die KI verbessert wird und sehr viele Bereiche auch disruptt werden, dann wird es ja auch viele Nichtbörse anertreffen, denn es sind ja auch am Ende Arbeitsplätze, die da mit betroffen sind.
00:19:24: Habt ihr da irgendwelche besondere Erkenntnisse oder neue Erkenntnisse gewinnen können?
00:19:28: Also ich glaube, was man sagen kann ist, dass die Fortschritte der KI insbesondere, wenn wir uns mal Cloud Skills oder so angucken in den letzten Wochen und Monaten, sehr deutlich gemacht haben, dass dieses Jahr wahrscheinlich das Jahr ist, wo wir anfangen, die Auswirkungen stärker im Arbeitsmarkt zu sehen.
00:19:49: Wir sehen und hören es auch natürlich schon von vielen Unternehmen, die viel weniger Berufsanfänger mehr einstellen und wir denken, dass es, ich sag mal, mit zunehmender Traktion der künstlichen Intelligenz eben auch zu erfahreneren Positionen übergehen wird.
00:20:06: Also insofern, wir sehen ein Risiko, dass es mindestens mal eine Übergangsphase gibt in der künstliche Intelligenz, den Arbeitsmarkt, ziemlich negativ beeinträchtigt im Sinne von, dass viele Jobs wegfallen oder nicht mehr neu besetzt werden, weil einfach die Produktivitätssteigerung sehr, sehr hoch ist.
00:20:27: Und dann ist die Frage, die ungeklärt ist, entstehen gleichzeitig wieder sehr, sehr viele neue spannende, vielleicht noch wertvolle, produktivere Jobs an anderer Stelle oder dauert es länger.
00:20:40: Oder ist es dieses Mal an der Stelle mit diesem Technologisch Sprung auch nicht mehr ganz der Fall?
00:20:46: Und das ist relativ ungeklärt.
00:20:48: Was man aus unserer Sicht als Einzelner an der Stelle machen sollte, der vielleicht ja auch von KI auf die ein oder andere Art und Weise betreffen werden muss, ist natürlich immer der Jump Forward und das heißt so gut wie es nur geht, selber der absolute KI Experte.
00:21:05: in seinem Beruf werden, weil es werden nicht alle Jobs wegfallen, so es werden vielleicht weniger werden.
00:21:11: Und die, die bestehen bleiben, werden aber tendenziell bei den Menschen sein, mit eben den besten Skills komplementär mit KI zusammenzuarbeiten.
00:21:22: Das ist das eine.
00:21:23: Und das andere ist natürlich auch, wenn diese Technologie potenziell so viel auch an menschlicher Arbeit abnehmen kann und dann möglicherweise die gewinnemenschliche Arbeit eben auf sich vereinen kann, dann ist natürlich nochmal umso mehr wichtig, dass man daran dann eben auch mitverdient und eben investiert ist in diese Technologieunternehmen.
00:21:44: Und das ist ja am Ende die Mission, mit der wir bei Bit Capital letzten Endes angetreten sind, mehr Menschen, gute Investments in Technologie zu ermöglichen.
00:21:54: Ich glaube, acht Jahre nach Gründung oder neun Jahre nach Gründung von Bit Capital ist das relevanter denn je.
00:22:00: die Beschleunigung, die wir gerade sehen, ist enorm.
00:22:03: Und ich kann nicht genug betonen, wie wichtig es ist, selber sich in allen Bereichen darauf gefasst zu machen.
00:22:10: Also wichtiger Hinweis, nicht nur die Börse ist betroffen von der Diskussion um KI und die Distruption, sondern natürlich auch die Realwirtschaft.
00:22:16: Und gerade so Anpassungen sind wahrscheinlich besonders schwer, wenn man Jahre oder Jahrzehnte lang vielleicht sehr gutes Geld verdient hat mit seinem Geschäftsmodell und jetzt plötzlich merkt Mensch, es kann jetzt sehr bald in ein paar Monaten vorbei sein.
00:22:27: Das ist auf jeden Fall etwas, was einen da wachröteln sollte und worauf man dann entsprechend reagieren muss.
00:22:32: Ja.
00:22:33: Gut, wir bleiben wachsam, achten auf alle möglichen Anpassungen und danken dir, Jan, für die Einschätzungen.
00:22:38: Sehr gerne.
00:22:39: Ja, liebe Zuhörer, gibt's Feedback, Fragen, Themen, Ideen oder Anregungen.
00:22:42: Ihr könnt uns erreichen per E-Mail, die packe ich euch in die Show Notes, da könnt ihr uns direkt anschreiben.
00:22:47: Ansonsten vielen Dank fürs Zuhören und dann wieder bis zum nächsten Mal.
00:23:04: Dieser Podcast wird euch präsentiert von Bit Capital und Finance Forward.
00:23:09: Die Produktion sowie die redaktionelle Verantwortung für die Inhalte liegen bei der POTSTARS GmbH.
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